Handwerker sind zufrieden im St. Wendeler Land

Umfrage "Standort St. Wendel aus dem Blickwinkel des Handwerks"

St. Wendel (gog). "Der Landkreis St. Wendel wird von den heimischen Handwerksbetrieben als guter Standort eingeschätzt. Hier lässt es sich offensichtlich sehr gut leben und arbeiten. Es gibt wenig Probleme", dieses positive Fazit der Umfrage "Standort St. Wendel aus dem Blickwinkel des Handwerks" zog Dr. Christian Seltsam, Teamleiter "Mittelstand" der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK). Er präsentierte die Ergebnisse der Umfrage bei der Veranstaltung "Handwerk im Dialog" im UTZ St. Wendel.

Die HWK hatte im Herbst vergangenen Jahres gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land die 1031 Handwerksbetriebe im Kreis zur Beurteilung des Geschäftsstandortes Landkreis St. Wendel befragt. Ein hoher Rücklauf von 17,5 Prozent (182 eingegangene Antworten) erlaubt ein realistisches Bild.

Landrat Udo Recktenwald lobte in seiner Begrüßung die "bewährte und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit der Handwerkskammer. Mit über 1000 Handwerksbetrieben habe man im Kreis die höchste Handwerks-Dichte an der Saar. "Wir sind stolz auf unsere Handwerker. Diese Betriebe sind in der Region verwurzelt. Firmensitz, Markt und Heimat liegen dicht beieinander. Hier wird anständig gewirtschaftet, da geht es nicht um den schnellen Euro", so der Landrat. Recktenwald plädierte bei dieser Gelegenheit für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Handwerksleistungen und kritisierte auch die öffentliche Auftragsvergabe-Praxis: "Der billigste Anbieter ist nicht immer der Beste. Hier muss ein Umdenken stattfinden – Qualität hat ihren Preis." Aus Mitteln des Konjunkturpakets 2 seien vier Millionen Euro geflossen, die der Landkreis dank vereinfachter Vergaberichtlinien in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben in notwendige Baumaßnahmen investiert habe. Hinzu kämen noch Investitionen der Stadt St. Wendel und der Gemeinden in vielfacher Millionenhöhe. "In der Krise konnten wir schnell und unbürokratisch die heimische Wirtschaft stärken", betonte Udo Recktenwald.

In diesen Positionen war sich Recktenwald einig mit Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes.
Brenner betonte zudem, dass ein gut funktionierendes und zufriedenes Handwerk als tragende Säule des Mittelstandes im Interesse aller sei. Es garantiere eine wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung mit Produkten und handwerklichen Dienstleistungen. Der HWK-Hauptgeschäftsführer stellte zudem klar, dass die Industrie nur mit den zuverlässigen Zuliefererbetrieben aus der gewerblichen Wirtschaft funktioniere. Er stellte außderdem heraus, dass für den Landkreis St. Wendel mit seinen rund 6.000 Arbeitsplätzen im Handwerk und nahezu 700 Auszubildenden das Handwerk ein wichtiger und verlässlicher Wirtschaftsfaktor sei.
Brenner stellte auch kurz die neue Werbekampagne "Das Handwerk, die Wirtschaftsmacht von nebenan" vor. In den 11.700 Betrieben des saarländischen Handwerk sind über 69.000 Personen beschäftigt. Albert Eberhardt, Geschäftsführer der HWK, erläuterte das umfassende Dienstleistungsangebot der Kammer für ihre Mitglieder.

Dr. Christian Seltsam präsentierte die Ergebnisse der Handwerks-Befragung im Landkreis St. Wendel. Die Attraktivität des Landkreises wird von 69 Prozent der Handwerksbetrieben mit "gut" eingeschätzt, von weiteren 28 Prozent als "befriedigend", keine einzige Antwort lautete "schlecht". Besonders hoch bewertet wurde die Attraktivität der Bereiche "Wohnen", "Freizeit/Sport", "Einkaufen" und "Image". 58 Prozent der Unternehmen beurteilte den Landkreis St. Wendel denn auch als guten Wirtschaftsstandort, weitere 34 Prozent als befriedigend. Bei den Verbesserungsmöglichkeiten wurde besonders oft der "Breitbandausbau" genannt. "Hier haben wir als ländlicher Raum besonderen Nachholbedarf. Aber das Thema ist erkannt und auf den Weg gebracht", versprach Landrat Udo Recktenwald Besserung.

Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, war zufrieden mit den Resultaten der Befragung: "Das Ergebnis ist für uns als Wirtschaftsstandort St. Wendeler Land positiv. Wir wollen uns aber natürlich noch weiter verbessern. Wenn es Probleme gibt, empfiehlt sich die schnelle Kontaktaufnahme zur Wirtschaftsförderung. Wir kennen den regionalen Markt und wissen, wer wo helfen kann."

Die Ergebnisse der Befragung des St. Wendeler Handwerks können hier abgerufen werden.

Der Wirtschaftsstandort Landkreis St. Wendel wird von den einheimischen Handwerksbetrieben positiv beurteilt. Das freut die Verantwortlichen: Albert Eberhardt, Dr. Christian Seltsam, Georg Brenner, alle Handwerkskammer des Saarlandes, Landrat Udo Recktenwald und Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung (von links).

Foto: Gog Concept