Auf dem Weg vom St. Wendeler Land zum S(mar)t. Wendeler Land

Am 12. August fand die erste Sitzung der Lenkungsgruppe S(mar)t. Wendeler Land statt.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“: Etwa vom digitalen Rufbus, der zum Wunschtermin per App bestellt wird? Von der Lieferung des Grillguts vom lokalen Metzger, ohne an der Theke Schlange gestanden zu haben? Oder vom letzten Arztbesuch per Mausklick vom eigenen Wohnzimmer aus? – Diese und weitere digitale Ideen könnten künftig Bestandteile des Modellvorhabens Smart City im Sankt Wendeler Land sein.

Welche Projektideen im Rahmen des Smart-City-Vorhabens „S(mar)t. Wendeler Land“ umgesetzt werden, bestimmt die Lenkungsgruppe: Das 13-köpfige Gremium mit dem Landrat als Vorsitzendem besteht aus drei Kreistagsmitgliedern, zwei Bürgermeistern, einem Vertreter der Kulturlandschaftsinitiative sowie vier Wirtschafts- und zwei Sozialpartnern. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe haben die Aufgabe, über eingebrachte Strategiepapiere aus der Fachgruppe Innovation zu entscheiden. Diese Fachgruppe wiederum ist ein Beratungsgremium, das eingereichte Projektideen im Rahmen eines Prüfverfahrens auf Eignung und Bedarf für den Landkreis prüft und bewertet. Absolvieren Projektideen das Prüfverfahren erfolgreich, so wird ein Strategiepapier für die Lenkungsgruppe angefertigt, dem diese zustimmen, das sie aber auch ablehnen kann. Bei Zustimmung werden im Papier weitere Rahmenbedingungen, beispielsweise die Finanzierung, für die jeweilige Projektidee festgelegt. Anschließend leitet die Lenkungsgruppe die einzelnen Strategiepapiere an das Gremium Strategisches Digital-Management weiter, wo sie koordiniert und schließlich in die Gesamtstrategie für das S(mar)t. Wendeler Land eingebettet werden.

Die erste offizielle Sitzung der Lenkungsgruppe fand in Form einer Präsenzveranstaltung am Donnerstag, den 12. August in der Aula des Gymnasiums Wendalinum statt. Landrat Udo Recktenwald begrüßte die Mitglieder der Lenkungsgruppe und betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung des Smart-City-Vorhabens für die Region. Den Stellenwert des Modellprojekts hob auch Philipp Reis, der Projektleiter und Chief Digital Officer, hervor. Seiner Meinung nach wird das Projekt nicht nur das Leben der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis mithilfe von Digitalisierungsmaßnahmen aufwerten, sondern der Landkreis selbst soll zu einem Vorbild im Bereich der Digitalisierung für andere Regionen im Saarland werden.

Im Rahmen der ersten Sitzung wurden zunächst keine konkreten Projektvorschläge behandelt, vielmehr ging es um organisatorische Formalia wie die Geschäftsordnung und die Beschlussfähigkeit des Gremiums, die künftig die Arbeitsgrundlage der Lenkungsgruppe bilden. Den Schwerpunkt der ersten Sitzung markierte aber eine imaginäre Reise vom St. Wendeler Land zum S(mar)t. Wendeler Land – ein interaktiver Workshop, der vom Digitalen Kompetenzzentrum der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land organisiert und durchgeführt wurde. Ziel war es, zunächst Landkreis-spezifische Herausforderungen auf dem Weg zur Digitalisierung herauszuarbeiten, um anschließend gemeinsam passende Lösungsansätze zu entwickeln. Beispielsweise gilt demnach die englische Sprachverwendung im Rahmen des Projekts als eine Herausforderung. Als Lösungsansätze wurden ein leichter Sprachgebrauch sowie eine Veranschaulichung von Projektideen anhand von Beispielprojekten aus der Praxis vorgeschlagen. Julian Schneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land, bedankte sich für die erarbeiteten Inhalte des Workshops und erklärte, sie dienten künftig dem Smart-City-Team als Wegweiser bei der Erarbeitung einer bedarfsgerechten Digitalstrategie für den Landkreis. Die ersten zwei Jahre des Modellvorhabens S(mar)t. Wendeler Land sind hierfür vorgesehen, danach folgen fünf Jahre Umsetzungsphase.

Für das Smart-City-Team heißt es jetzt: Ran an die Arbeit, denn in der nächsten Sitzung der Lenkungsgruppe, die für Ende November angesetzt ist, sollen die ersten Projektvorschläge behandelt werden.