Standortinfos

Betriebsstruktur und Beschäftigung

In den rund 4.550 Betrieben (einschließlich „Freie Berufe“) des Landkreises arbeiteten im Dezember 2017 27.117 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon etwa 75 % in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Mit rund 1.100 Betrieben weist der Landkreis St. Wendel die höchste Dichte an Handwerksbetrieben im Saarland auf.
Insgesamt beschäftigt das Handwerk mehr als 6.000 Menschen, davon rund 500 Auszubildende (Stand: 31.10.2017). Schlüsselbranchen im Handwerksbereich sind das Bau- und Ausbaugewerbe sowie der Metall- und Maschinenbau.

Mit rund 15.000 Beschäftigten hat der Dienstleistungssektor einen Anteil von rund 60% an allen Beschäftigten im Kreis – in den letzten 5 Jahren ist die Zahl um rund 10% gestiegen. Beschäftigungsstärkste Branche des Dienstleistungssektors ist der Handel mit einem Anteil von 15%.

Im Verarbeitenden Gewerbe arbeiten rund 30% aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten – die beschäftigungsstärksten Branchen sind nach wie vor die „Medizintechnik“ und die „Nahrungsmittelindustrie“.
Überdurchschnittliche Beschäftigungszuwächse gab es in den letzten Jahren im Gastgewerbe und den Unternehmensdienstleistungen. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen gab es deutliche Zugewinne.
Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit 1987 geprägt durch einen kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse, während im übrigen Saarland im gleichen Zeitraum eher eine Stagnation oder sogar ein Rückgang zu verzeichnen war bzw. Zuwächse nicht so deutlich ausgefallen sind.

Trotz schwieriger Startbedingungen mit historisch gewachsener niedriger Arbeitsplatzdichte im ländlichen Raum (viele arbeiteten als Tages- oder Wochenpendler in der Montanindustrie) und massiver Umstrukturierungen im Bereich der Montanindustrie und der Rüstungsindustrie  hält die Zunahme der Beschäftigungsverhältnisse nach einem gelungenen Strukturwandel mit leichten Schwankungen durch konjunkturelle Einflüsse bis heute an.

Im Dezember 2017 existierten 27.117 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im Landkreis St. Wendel. Dies ist ein historischer Höchststand bedeutete eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresstichtag um 601 oder 2,3 Prozent. Damit hat sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre auch in 2017 fortgesetzt.

Mit einer Steigerung um rund 17,6 Prozent in den letzten 10 Jahren nimmt der Landkreis St. Wendel landesweit nach wie vor einen Spitzenplatz bei der Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse ein.
Trotz dieser sehr positiven Entwicklung ist der Pendlersaldo weiter negativ: Im Landkreis St. Wendel leben rund 33.520 svp. Arbeitnehmer – aber nur rund 27.100 Arbeitsplätze stehen im Landkreis selbst zur Verfügung.
Dennoch weist der Landkreis mit 56,1% nach dem Saarpfalz-Kreis (56,9%) die höchste Beschäftigungsquote im Saarland auf (Landeswert: 53,7) (Quelle: Arbeitsmarktberichte, Bundesagentur für Arbeit (BAA), Stand 30.06.2016))
Beschäftigungsquote: Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (in der Regel 15 Jahre bis gesetzliches Rentenalter).

Durch eine hohe Beschäftigungsquote und vergleichsweise sichere Beschäftigungsverhältnisse ergibt sich eine hohe Kaufkraft im Landkreis. In Verbindung mit günstigen Lebenshaltungskosten entstehen so die höchsten verfügbaren Einkommen aller privaten Haushalte im Saarland: 25.599 € je Einwohner vor dem Saarpfalz Kreis mit 21.429 €. (Stand 26.10.2016, Quelle: Statistisches Amt des Saarlandes“).
Die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Wirtschaftsabteilungen zeigt, dass die Dienstleistungen vor dem Verarbeitenden Gewerbe (Handwerk und Industrie) für die Beschäftigung die größte Bedeutung besitzen. Die ehemals bedeutende Landwirtschaft spielt beschäftigungspolitisch keine Rolle mehr
Nach einem gelungenen Strukturwandel ist der Landkreis St. Wendel heute eine Wirtschaftsregion mit einer Mischstruktur: Dienstleistungen, gewerbliche Produktion, der Handel und ein expandierender Tourismussektor prägen das Wirtschaftsleben. Insgesamt ist die Wirtschaftsstruktur des Landkreises St. Wendel sehr ausgewogen, was mit dazu beiträgt, dass eine Krisenanfälligkeit
wie in monostrukturierten Räumen fehlt.

Diese günstige Wirtschaftsstruktur zeigt sich nicht zuletzt in den guten Arbeitsmarktzahlen, besonders im Vergleich der saarländischen Landkreise – aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 % (Juli 2018).

Mit 2,4 % hat der Landkreis St. Wendel die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit aller saarländischen Landkreise – im Zuständigkeitsbereich der Kommunalen Arbeitsförderung (SGB II) belegt der Landkreis St. Wendel mit 0,1% bei den „Unter 25-jährigen“ aktuell den 2. Platz unter 404 Landkreisen und kreisfreien Städten bundesweit. (Quelle: Arbeitsmarktberichte, Bundesagentur für Arbeit (BAA), Stand 31.07.2018).

Auch die Entwicklung der Arbeitslosenquote über die letzten 11 Jahre bestätigt diesen positiven Trend.